anne frank haus- gefühle kommen hoch

quote-by-anne-frank

Hallo ihr Lieben,

in unserem Sommerurlaub an der holländischen Küste waren wir bei unserem Städtetrip nach Amsterdam auch in dem bekannten Anne Frank Haus.

Für alle die nicht wissen wer Anne Frank ist… was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann aber okay.. Anne Frank war ein jüdisches Mädchen, das sich im Zweiten Weltkrieg in einem Haus in Amsterdam verstecken musste, um vor den Nazis zu entkommen. Zusammen mit sieben anderen Verfolgten versteckten sie sich im Hinterhaus, doch nach zwei Jahren wurden sie verraten und kommen in ein Konzentrationslager. In der Zeit in der sie versteckt leben, schreibt Anne Frank kleine Geschichten und auch ein Tagebuch, welches sie wie eine beste Freundin durch diese schwere Zeit begleitete. Dieses Buch kennt man auf der ganzen Welt und wurde nach dem Krieg, von dem Vater, der als Einziger überlebte, veröffentlicht…

Es war ein seltsames Gefühl das einem durch dieses „Museum“ begleitete. Des Öfteren blieb ich stehen um auch anderen Menschen zu beobachten und zu sehen wie sie sich dabei fühlten. Keiner lachte. Es ist ein Ort an dem Betroffenheit und Unverständnis herrscht. In den Gedanken fühlt man sich plötzlich diesen schrecklichen Taten so nah und irgendwie auch mitverantwortlich. Gerade jetzt in dieser neuen Situation, in dem Deutschland in zwei Meinungen gespaltet wird: Für und gegen Flüchtlinge. Es sind alles nur Menschen, sowie damals auch und ich muss sagen ich habe Angst das in Deutschland manche Menschen wieder zu Taten fähig sind, die wir uns nicht einmal vorstellen können. Einige Gründe sind eigentlich ähnlich mit damals: Viele haben Angst, dass das Geld nicht für alle reicht oder haben Angst das die Flüchtlinge gewalttätig sind. Sofort wird gehetzt wie undankbar sie wären. Sie hätten Geld für ein Smartphone etc. Ganz schlimm finde ich übrigens die Aussagen unter manchen Facebookbeiträgen, es gäbe in Deutschland genug Arme die unsere Spenden brauchen. Ich lese Beiträge, bei denen man einfach irgendwelche Aussagen trifft und es 1000 Menschen liken und teilen, sich dabei aber garkeine Gedanken machen ob das stimmt was sie da sehen. Ich finde, hier gibt es eindeutige Gemeinsamkeiten, es wird über eine Menschenmenge gehetzt bei der man davon ausgeht, das sie weniger Wert ist als ein Deutscher- es wird ein Schuldiger gesucht- man möchte Menschen in Not nicht helfen. Ich frage mich, was sind das für Menschen die ein Flüchtlingsheim anzünden? Können diese Menschen noch in den Spiegel schauen? Und was ist an diesen Menschen besser, als an diesen Nazis die damals in einem KZ Menschen töteten?..

Anne Frank, ließ uns an ihrem Leben teilhaben- sie wollte das dieses Tagebuch veröffentlicht wird- und sie ist nur eins von vielen Kindern. Auf der Liste sah man unter ihrem Namen, so viele andere Namen, was wurde aus ihnen? Sie war nur eine von vielen. Anne Frank wollte berühmt werden und sie hat es geschafft. Leider musste sie sterben ohne jemals richtig gelebt zu haben. Wie das wohl ist- eingesperrt- nicht auf die Toilette gehen zu können- einfach unsichtbar zu sein- und immer wieder diese Angst… diese fürchterliche Angst entdeckt zu werden. Schlimm. Eiskalt wird es mir bei dem Gedanken. Genau in diesem Moment schaue ich aus dem Fenster. Ich sehe das Maisfeld wie es in der Sonne gelb leuchtet und der Himmel ist strahlendblau, der Wind der den Baum wackeln lässt. Ich sehe es, aber ich kann auch hinausgehen und das alles fühlen. Die warmen Sonnenstrahlen des Herbstes, der Wind der durch meine Haare streift und all diese bunten Farben und die Gerüche. Auf Fotos in der Ausstellung sah ich das Anne Frank in Zandvoort am Meer schwimmen war, genau wie wir. Ein seltsames Gefühl wenn man daran denkt, dass all das nie mehr für sie möglich war. Wie muss sich das anfühlen zu wissen, da nicht hinauszukönnen, all das nicht zu fühlen mit der Angst es vielleicht niemals mehr fühlen zu können… Wie ist es, sich nicht frei zu fühlen? Keine eigenen Entscheidungen treffen zu dürfen..

Schon der Gedanke zwei Jahre in so wenig Raum lässt mich ersticken. In dem Museum durchläuft man die Räume in der sie und die anderen lebten. Es ist recht dunkel und erdrückend. Das Haus enthält keine Möbel, doch überall sieht man wie es einmal eingerichtet war. Es stehen Zitate von Anne an den Wänden und einem wird klar, wie hart das gewesen sein muss.

Richtig vorstellen, kann sich das glaube ich niemand.

„Es ist ein Wunder, daß ich all meine Hoffnungen noch nicht aufgegeben habe, denn sie erscheinen absurd und unerfüllbar. Doch ich halte daran fest, trotz allem, weil ich noch stets an das Gute im Menschen glaube.“ – Tagebucheintrag, 15. Juli 1944. Zitat entnommen der Ausgabe des Lambert Schneider Verlags, Hamburg, 1958, S. 282. Übersetzer: Anneliese Schütz
„Wie schön und gut würden alle Menschen sein, wenn sie sich jeden Abend vor dem Einschlafen die Ereignisse des ganzen Tages vor Augen führten und überlegten, was gut und was schlecht gewesen ist.“ – Tagebucheintrag, 6. Juli 1944. Zitat entnommen der Ausgabe des Lambert Schneider Verlags, Hamburg, 1958, S. 275. Übersetzer: Anneliese Schütz

Ich finde, jeder der Amsterdam besucht, sollte in dem Anne Frank Haus gewesen sein.

Es ist ein Stück Geschichte.

Ein Mädchen, die uns mitfühlend zeigt, wie schrecklich das alles wirklich war.

Hoffen wir das so etwas nie wieder passiert.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s