berliner eingewöhnungsmodell-von mir erklärt

DSC05323

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch das Berliner Eingewöhnungsmodell erklären. Viele Einrichtungen arbeiten damit, so auch meine. Wir möchten nicht das Kinder schreien und weinen- wenn Mama oder Papa geht. Daher ist eine sanfte Eingewöhnung sehr wichtig.

In der Eingewöhnungszeit soll das Kind von ein oder zwei Personen begleitet werden. Es ist dabei wichtig, dass es die gleiche Personen sind, die das Kind begleiten, damit es in dieser Phase Beständigkeit erfährt.

Die ersten Tage ist die Bezugsperson bei dem Kind dabei. Es wird hier noch kein Trennungsversuch probiert, sondern die Erzieherin/der Erzieher versucht den ersten Kontakt aufzunehmen. Dies geschieht zum Beispiel mit Tischspiele, gemeinsames anziehen einer Puppe und dem ganz normalen Erkunden des Raumes. (Zuvor wird bei dem ersten Gespräch besprochen was das Kind den gerne zuhause spielt, um darauf aufzubauen) In dieser Phase, sollten Sie als Eltern in dem Raum dabei sein, aber nicht mit dem Kind spielen, sondern einfach in Sichtweite sein, erreichbar und aufmerksam. Auch andere Kinder finden es interessant, wer Sie sind und was hier passiert. Auch wenn es schwer fällt, schenken Sie den anderen Kindern nicht zu viel Aufmerksamkeit, da dies für Ihr Kind die Eingewöhnung schwieriger macht.

Ab dem vierten Tag wird dann die erste Trennung ausprobiert. Hierbei wird dem Kind gezeigt, wo Sie hingehen und sich auch verabschiedet. Sie verlassen dabei nicht die Einrichtung, sondern sitzen in einem anderen Raum oder Flur. Die erste Trennung soll nicht länger als 30 Minuten sein. Auch wenn das Kind weint, soll nach dem Berliner Modell die Trennung versucht werden, auch wenn es nur für einige Minuten ist. Falls dies scheitert, benötigt das Kind mehr Zeit, in der Sie es im Raum begleiten. Es wird eine Woche gewartet und wieder eine Trennung versucht.

Bei einer kurzen Eingewöhnung werden die Trennungszeiten immer weiter ausgebaut, bis Sie auch nachhause gehen können. Auch hier werden die Stunden langsam erhöht.

Bei einer langen Eigewöhnung sind die einzelnen Phasen langsamer- falls nach der dritten Woche das Kind noch keine Trennung zu lässt- liegt eventuell ein Problem vor. Sprechen Sie gemeinsam mit der Erzieherin und finden Sie eine Lösung.

Mögliche Probleme könnten sein:

Sie selbst hängen sehr an dem Kind und möchten es vielleicht gar nicht im Kindergarten lassen. Ja die Kinder spüren das ganz genau. Zeigen Sie Vertrauen in die Umgebung und der Erzieherin. Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Der kleine Schatz, das große Wunder, in die Hände eines Fremden zu geben, bestimmt nicht einfach. Daher ist es vorher ganz wichtig, diese Sorgen und Ängste auch der Erzieherin mitzuteilen. Fragen Sie was Sie auf dem Herzen haben und finden Sie für sich heraus, warum es Ihnen so schwer fällt. Haben Sie kein Vertrauen in die Erzieherin? Welche Sorgen haben Sie?

Schwierig wird es auch, wenn die Bezugserzieherin krank ist oder auch das Kind selbst. Dann beginnt man meist wieder bei Schritt eins.

Ein weiteres Problem ist, wenn man die Eingewöhnung überstürzt. Das Kind kommt in den Kindergarten und wirkt so als bräuchte es Sie gar nicht? Nein, gehen Sie bitte nicht zu früh, auch wenn es so wirkt als wäre Ihr Kind schon eingewöhnt, oft freut es sich an den bekannten Freunden und den Spielsachen, bemerkt dann aber erst nach einer Woche das Sie fehlen. Dann war die Eingewöhnung viel zu schnell und dauert anschließend viel länger. Man beginnt wieder bei Schritt eins, also bitte lassen sie SICH und dem Kind genug Zeit um sich langsam daran zu gewöhnen.

Woran merkt man eigentlich dass das Kind eingewöhnt ist?

Eine gute und oft gestellte Frage. Als erstes, nein man bemerkt es nicht daran, dass ihr Kind beim Abschied nicht weint- denn das passiert auch bei einem eingewöhnten Kind. Ich weis, das ist besonders hart für die Eltern, aber auch hier müssen Sie wieder Vertrauen zeigen. Wenn Ihr Kind weint, wenn es sich von Ihnen verabschiedet, ist das ganz normal, zögern Sie nicht, gehen Sie trotzdem. Denn: Ein eingewöhntes Kind lässt sich von seiner Bezugserzieherin beruhigen. Mit einem kurzen Anruf können Sie dann sicher gehen, dass alles ok ist.

Ein weiteres Zeichen dafür das die Eingewöhnung geklappt hat, ist dass das Kind ohne die Erzieherin den Raum neugierig erforscht oder sich von der Erzieherin wickeln lässt. Der größte Vertrauensbeweis ist, wenn das Kind in der Einrichtung schläft.

Ich hoffe, ich konnte euch etwas weiterhelfen und erklären was hinter diesem Eingewöhnungsmodell steckt.

Wenn Ihr Lust habt, könnt Ihr mir gerne einmal erzählen, wie bei euch die Eingewöhnung lief. Gab es Schwierigkeiten? Wenn ja, welche? Wie habt Ihr euch gefühlt? Was waren eure Sorgen?

Liebe Grüße

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s